Welt(um)ordnung: Europa, die Bedrohung durch Russland und ihre sicherheitspolitischen Auswirkungen
Autoritäre Versuchungen, geopolitische Spannungen und ein tiefgreifender Wandel internationaler Ordnungsstrukturen prägen die sicherheitspolitischen Debatten unserer Zeit. Das Seminar widmet sich der Frage, wie Demokratien unter zunehmendem Druck – von außen wie von innen – handlungsfähig bleiben können und welche politischen, gesellschaftlichen und historischen Faktoren diesen Transformationsprozess bestimmen. Ausgehend von aktuellen globalen Entwicklungen beleuchtet das Seminar die Dynamik autoritärer Einflussnahme, die sicherheitspolitischen Verschiebungen der letzten Jahre sowie die Herausforderungen für offene Gesellschaften im Umgang mit Macht, Propaganda und strategischer Desinformation.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bildet einen zentralen Bezugspunkt für die Analyse der europäischen Sicherheitsarchitektur, ihrer Schwächen und Reformbedarfe. Zugleich richtet das Seminar den Blick auf weltpolitische Zusammenhänge: von der Neujustierung globaler Machtzentren bis hin zu den Veränderungen des liberalen internationalen Systems. Durch eine Kombination aus historischer Einordnung, politischer Analyse und kritischer Reflexion eröffnet das Seminar Raum für ein vertieftes Verständnis der aktuellen „Welt(um)ordnung“ und lädt dazu ein, die Ambivalenzen sicherheitspolitischer Entscheidungsprozesse zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Deutschland und Europa in Zeiten geopolitischer Konkurrenz, gesellschaftlicher Polarisierung und wachsender autoritärer Tendenzen ihre demokratische Stabilität sichern können.